|
Astronomie der Maya-Kultur Die Datierung der Finsternistafel aus dem Dresdner-Codex und das Korrelationsproblem Bei der Erforschung der Maya-Kultur haben zwei Bereiche eine Entwicklung genommen, die gegensätzlicher nicht hätten sein können. Die Entzifferung der Hieroglyphen begann mit geringen Erfolgen und hatte in den letzten Jahrzehnten
einen grossen Fortschritt zu verzeichnen. Dagegen war das Problem, wie der Maya-Kalender mit unserer Zeitrechnung korreliert, von Anfang an ein Volltreffer, denn seit knapp hundert Jahren gilt der 1. Vorschlag von
Goodman - wenn man von 3 - 5 Tagen Differenz absieht - auch heute noch. Goodmans Korrelationskonstante 584280 ist zwar nicht mehr "in", der Streit hat sich auf 584283 und 584285 konzentriert und als
"GMT" die Akzeptanz der Mehrheit der Maya-Forscher gefunden.
Ist die GMT-Korrelation aber wirklich so sicher, wie es den Anschein erweckt, wenn in Veröffentlichungen, nach einem Maya-Datum das entsprechende Datum in unserem Kalender vermerkt ist? Wie ist zu bewerten, dass nach
der Etablierung der GMT-Konstante noch ca. 50 weitere Konstanten veröffentlicht wurden? Vermutlich waren es Zweifel an der GMT, die bis heute fortbestehen. Sind die Argumente für die GMT mit Formulierungen wie:
"....am besten in die Maya-Chronologie passt", oder "....durch historische, astronomische, archäologische und anderen Gründen gesichert ist",
nicht auf schwankendem Fundament? Die Frage muss mit einem klaren Ja beantwortet werden, denn gerade die astronomischen Gründe sind
bei der GMT am wenigsten gesichert. Einerseits ist es jedermanns gutes Recht, die GMT als die einzig richtige Konstante zu betrachten, andererseits aber auch legitim, diese in Frage zu stellen und nach neuen Wegen zu
suchen. Wenn es aber einen Anhänger von GMT nicht stört, dass z.B.
- nach H.und V. Bricker (1983) mit 584283 und dem Basis-Datum der Finsternistafel 9.16.4.10.8, das Datum 6.11.755 (Julian.Kalender) ergibt, welches aber keinem Sonnenfinsternistag entspricht
- immer noch nach Belieben 2 Korrelationskonstanten - 584283 oder 584285 - Verwendung finden
- noch keine Hieroglyphen für Merkur, Mars, Jupiter und Saturn gefunden wurden,
der kann sich das Weiterlesen leicht ersparen. Zu den vorher genannten Argumenten noch einige Anmerkungen: Es muss erwartet werden, dass
- mit 9.16.4.10.8 und einer Korrelationskonstante ein Sonnenfinsternistag - lt. den Tabellen von Oppolzer - erreicht wird, auch wenn diese Sonnenfinsternis im Maya-Gebiet nicht sichtbar sein sollte
- es für ein bestimmtes Maya-Datum, nur einen einzigen Tag im Julianischen Kalender geben kann
- die Maya-Astronomen die Planeten Merkur, Mars, Jupiter und Saturn genau so beobachtet und aufgezeichnet haben, wie in allen anderen Kulturen der Antike auch.
Die Tatsache, dass noch keine Hieroglyphen für Merkur, Mars, Jupiter und Saturn bekannt sind, ist ein Beweis für das unvollständige Bild von der
Astronomie der Maya-Kultur. Dieses Bild aufzuhellen, war das Ziel einer
15jährigen Arbeit, die mit Ergebnissen und Resultaten - hauptsächlich auf astronomischen Argumenten beruhend - beendet werden konnte. Der Schwerpunkt wurde dabei auf 3 Bereiche gelegt:
- die Datierung der Finsternistafel aus dem Dresdner-Codex im Maya-Kalender und im Julianischen Kalender
- das damit verbundene Korrelationsproblem
- die Zuordnung von Hieroglyphen zu den Planeten Merkur, Mars, Jupiter und Saturn.
Darüber hinaus konnten weitere Fragen aufgeklärt werden, wie z.B. Planeten-Konstellationen in den Text-Hieroglyphen der Finsternistafel, Ereignisse von LC-Daten, welche Konstellationen für die Maya-Astronomen von
besonderem Interesse waren und anderes mehr.Mit einem Angebot für
die Zuordnung von Hieroglyphen zu Planeten, soll der Versuch gemacht werden, die Skepsis ein wenig abzubauen und Einblick in die Vorgehensweise zu bekommen. Mit dieser Hieroglyphe wird eine Planeten-Konstellation beschrieben, die auf
eine besondere Bedeutung für die Maya-Astronomen schliessen lässt, da sie 4-mal in der Finsternistafel aufgezeichnet ist. Dabei handelt es sich um eine
Jupiter-Saturn Konstellation, die sich am Morgen- oder Abendhimmel - je einer im Osten und Westen - gleich hoch über dem Horizont gegenüberstehen. Eine derartige
Konstellation war z.B. am 30.7.1992 kurz vor 20 Uhr Ortszeit in Tikal zu sehen, als sich Jupiter und Saturn mit ca. 12 Grad über dem Horizont gegenüberstanden
Um diese Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt kontrollieren und überprüfen zu können, werden nur 3 Dinge benötigt:
- ein akzeptables PC-Astro-Programm
- eine Kopie des Dresdner-Codex
- und meine Dokumentation:
"Astronomie der Maya-Kultur"
Die Datierung der Finsternistafel aus dem Dresdner-Codex und das Korrelationsproblem.
Katun Verlag, 1998 ISBN 3-00-003079-4
Die Dokumentation ist erhältlich als Buch (114 Seiten) gegen Einsendung von 3.30 Euro in Briefmarken für Porto und Verpackung.
Bestelladresse: Stock Anton Halleiner Str. 6
81825 München
E-mail: stock@baktun.de Top |